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Netzsucht
Überdosis WWW
Das Vernachlässigen sozialer Kontakte und hohe Onlinerechnungen sind nur ein Merkmal der neuen Volkskrankheit Internetsucht - nicht selten endet sie in einer Depression. Tipps, wie Sie der Sucht entgegenwirken können.
 
Nicht selten lässt einen die Internetsucht nicht mehr schlafen.
Der Beginn der Internetsucht ist oft schwer zum bestimmen - und zudem ist noch umstritten, ob es sich überhaupt um eine Sucht oder eher um zwanghaftes Verhalten handelt. Fest steht aber: Mehr als eine Millionen Internetnutzer in Deutschland zeigen Studien zufolge Anzeichen einer Internetsucht! Bei drei bis vier Prozent der deutschen Internetnutzer ist der Gebrauch des neuen Mediums "problematisch", wie das "ARD-Morgenmagazin" berichtet. Besonders betroffen sind zwei Altergruppen: Die 18- bis 20-Jährigen, die sich vom Elternhaus wegklicken wollen, und die rund 40-Jährigen, die dem grauen Familienalltag entfliehen wollen.
Illusion menschlicher Nähe
Die Ursachen für dieses intensive Surfen sehen Experten nicht im Wesen der Beschäftigung, sondern in den Menschen selbst. Denn es sind besonders Personen gefährdet, die ohnehin aus Frust zu Alkohol, Drogen oder Zigaretten greifen würden. Für viele bietet das Internet die Chance, der Realität zu entfliehen. Süchtige fasziniert die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Kontakte herzustellen. Sie können sich dieser Illusion menschlicher Nähe kaum noch entziehen, obwohl viele Internetnutzer letztlich wenig von sich preisgeben.
Die Folgen der Internetsucht sind oft gravierend. Wenn Nächte durchgesurft werden, fehlt am Tag die Leistungsfähigkeit im Beruf. Familie, Partnerschaft oder Freundschaften kommen zu kurz. Gesundheitliche Probleme wie Augen-, Wirbelsäulen-, Genickschäden und sogar Depressionen drohen.
Was können Sie dagegen tun?
 
Wenn die Tastatur zum besten Freund wird.
Um der Sucht entgegenzuwirken, sollten Sie als erstes den Computer aus dem unmittelbaren Wohnbereich entfernen und einen Wochenplan für ihre Online-Sitzungen erstellen. Versuchen Sie dabei die Online-Zeiten einzuschränken. In der gewonnenen Zeit könnten Sie sich beispielsweise einem neuem oder auch einem vernachlässigtem Hobby widmen. Danach sollten Sie überlegen, was das Internet Ihnen bieten konnte, das die Realität nicht hatte. Sie sollten offen mit Ihren Angehörigen über das Problem reden und gegebenenfalls einen Therapeuten aufsuchen. Die Universität München beispielsweise bietet als erste Einrichtung bundesweit medizinische Hilfe für Online-Abhängige an. Die US-Professorin Kimberley S. Young, die als erste "Cyber-Psychologin" gilt, steht Abhängigen auf ihrer Homepage gar per E-Mail mit Rat und Tat zur Seite.
Was können Angehörige dagegen tun?
Für Angehörige ist wichtig, dass Sie der betroffenen Person zeigen, wie viel Spaß das Leben auch Offline machen kann. Laden Sie Freunde ein, regen Sie Unternehmungen an oder zeigen Sie sich interessiert an seinem Leben. Stellen Sie den Onlinesüchtigen nicht zur Rede, sondern gehen Sie das Problem behutsam an.
 

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